Arbeitsweise des  Nitratreductors NR1000

Im AB Aqua Medic Nitratreductor NR 1000 wird das Aquarienwasser unter Sauerstoffabschluss behandelt. Bei Abwesenheit von Sauerstoff sind viele Bakterien in der Lage, Nitrat als Ersatz von Sauerstoff zum Atmen zu nutzen:

Der Sauerstoff wird zur Atmung genutzt, der Stickst off ins Wasser ausgeschieden. Stickstoffgas (N2) ist ein natürlicher Bestandteil der Luft und völlig unschädlich. Beim Nitratabbau handelt es sich somit um einen reinen Atemvorgang. Zusätzlich benötigen die Bakterien, genauso wie andere Lebewesen, Nahrung. Aus diesem Grunde müssen die nitratabbauenden Bakterien gefüttert werden. Dieses Futter enthält organische Substanzen, die von den Bakterien restlos verwertet werden können. Als Abfallprodukt entsteht CO2.

Zur Fütterung im Nitratreductor können entweder das Futter Denimaroder die Futterbälle Deniballs genutzt werden.

Der Durchfluss durch den Nitratreductor geschieht äußerst langsam.

Ist der Filter richtig eingestellt, verlässt ihn das Wasser nahezu nitrat- und nitritfrei.

 

Denitrifikation und Redoxpotential

Das Redoxpotential ist eine Messgröße, die elektronisch bestimmt werden kann. Die Höhe des Redoxpotentials ist ein Maß für das Gleichgewicht zwischen Oxidations- und Reduktionsreaktionen im Wasser. Im Aquarium herrscht ein positives Redoxpotential von einigen hundert Millivolt (mV). Im Meerwasseraquarium sollte es zwischen 300 und 440mV liegen. Dieses hohe Redoxpotential zeigt an, dass bei den biochemischen Umsetzungen die Oxidationen überwiegen. Oxidationen sind Reaktionen, bei denen ein Stoff, z. B. durch Sauerstoff, oxidiert wird. Ein negatives Redoxpotential zeigt dagegen die Abwesenheit von Sauerstoff an und wäre für die meisten Aquarienbewohner tödlich.

Im Nitratreductor herrschen nun aber völlig andere Bedingungen: Nitrat soll zu Stickstoffgas reduziert werden. Die Voraussetzung dafür ist ein niedriges oder sogar negatives Redoxpotential. Ideal ist hier ein Redoxpotential zwischen -50 und -250 mV. Steigt es über -50 mV an, besteht die Gefahr, dass die Nitratreduktion beim Nitrit stoppt! Sinkt es unter -300 mV ab, ist das gesamte Nitrat veratmet. Die Bakterien beginnen jetzt, auch das Sulfat zu veratmen. Dies ist ein unerwünschter Prozess, weil dabei Schwefelwasserstoff als Abfallprodukt entsteht. Schwefelwasserstoff ist giftig und stinkt bereits in geringen Mengen intensiv nach faulen Eiern. Gelangt etwas Schwefelwasserstoff in das Aquarium, so ist dies in der Regel völlig unproblematisch, da er sehr schnell zum Sulfat aufoxidiert wird. Beim geschlossene Nitratfilter ist auch keine Geruchsbelästigung mehr vorhanden.

Steuerung des Nitratreductors

Die Steuerung des Nitratreduktors kann über die Fütterung und über die Durchflussrate erfolgen: Steigt das Redoxpotential über -50 mV an (oder wird sogar positiv), kann die Futterdosierung erhöht oder die Durchflussrate vermindert werden. Achtung: Nitritgefahr!! Sinkt das Redoxpotential unter -300 mV, kann die Fütterung vermindert oder die Durchflussrate erhöht werden. Fütterung mit Denimar-Pulver: Es wird mit einer konstanten Durchflussrate gearbeitet. Sinkt das Redoxpotential unter -300 mV, wird die Fütterung ausgesetzt; steigt es über -50 mV, wird die Ration verdoppelt, bis es wieder absinkt. Enthält der Nitratreduktor Deniballs, kann nur die Durchflussmenge variiert werden.

Bei der Steuerung mit einem mV (Redox) controller ist der ideale Wert zwischen - 50 mV und - 100 mV, wir stellen unsere controller jeweils auf - 250mV ein.

Arbeitsweise des  Calciumreactor KR1000 KR 1000

Grundlagen

Das Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht im Meerwasseraquarium wird durch die biologische Aktivität von Tieren und Pflanzen aus dem Gleichgewicht gebracht. Zum Aufbau der Kalkskelette entnehmen die Tiere dem Wasser Calciumcarbonat. Es kommt zu Kalkmangel und einem Anstieg des pH-Wertes. Ein starker pH-Anstieg (über pH 8,3) führt außerdem zu Kalkfällungen und damit zu einer weiteren Verminderung des Kalkgehaltes. Der Aqua Medic Kalkreaktorist ein Modul zur Einstellung eines natürlichen Kalk-Kohlensäure-Gleichgewichtes im Aquarium. Er ist gefüllt mit Hydrocarbonat, einem hochreinen Calciumcarbonat. Da dieses Carbonat bei pH-Werten, wie sie im Meerwasseraquarium herrschen, praktisch nicht löslich ist, muss Kohlensäure in den Reaktor eingeleitet werden. Dies führt zu einer lokalen Absenkung des pH-Wertes und so zur Bildung von löslichem Calciumhydrogencarbonat. Die Zugabe von Kohlensäure sollte mit einem pH-Controller oder pH-Computer gesteuert werden, um eine Überdosierung sicher zu vermeiden.

Chemische Reaktion:

=  CaCO + CO2 + H2O -----> Ca2++ 2HCO3-

=  Calciumcarbonat + Kohlendioxid + Wasser ------> Calciumhydrogencarbonat (gelöst)

Calciumhydrogencarbonat ist leicht löslich und kann von den Pflanzen und Tieren gut aufgenommen und in das Skelett eingebaut werden. Dabei wird es in Calciumcarbonat zurückverwandelt. Bei der Rückreaktion entsteht freies CO2, das von den Zooxanthellen zur Photosynthese genutzt werden kann.

Arbeitsweise des Kalkreaktors

Der Kalkreaktor wird von oben mit Aquarienwasser beschickt. Die Durchflussrate sollte so bemessen sein, dass der pH-Wert im Aquarium am Tage nicht über 8,3 steigt oder nachts unter 7,8 sinkt. Mittels der mitgelieferten Dosierpumpe SP 3000 (max. 3 l/h) und einer Zeitschaltuhr (nicht im Lieferumfang enthalten) kann der Durchfluss exakt geregelt werden. Die Umwälzpumpe im Deckel des Kalkreaktors wälzt das Wasser intern um.

Das CO2 wird an den Ansaugstutzen des Deckels angeschlossen. Die Umwälzpumpe saugt das CO2 an und durch die Rotation des patentierten Aqua Medic Flügelrades wird das CO2 im Wasser weitestgehend gelöst. Das mit CO2 angereicherte Wasser wird dann unter das Hydrocarbonat gepumpt und umgewälzt. Bei dieser Passage wird aus dem Hydrocarbonat Calciumhydrogencarbonat herausgelöst. Dies ist exakt die

Verbindung, die die Korallen zum Wachstum benötigen. Der Ablauf befindet sich im Reaktordeckel. Von dort fließt das Wasser in das Aquarium oder das Filterbecken zurück. Die Kohlensäure wird aus einer Druckgasflasche zudosiert.

Aufstellung:

Der Kalkreaktor ist ein abgeschlossenes System, das auch ohne Unterschrankfilter betrieben werden kann. Der Reaktor wird unterhalb des Aquariums aufgestellt, der Wasserzu- und -ablauf erfolgen direkt in das Aquarium bzw. Filterbecken.

WICHTIG: Niemals Zu- und Ablauf des Reaktors vollständig verschließen, da durch

Kohlendioxidzufuhr Überdruck entsteht! Die zufließende Wassermenge wird mittels Dosierpumpe und Zeitschaltuhr so eingestellt, dass 1 - 3 l/Std. durch den 6 mm Schlauch aus dem Reaktor fließen. Die Einstellung bzw. die Menge des eingeleiteten CO2 ist von der Aquariengröße und von dem Calciumbedarf der Tiere abhängig.

Inbetriebnahme:

Der Kalkreaktor wird mit acht Klammern, die man von der Seite her aufschiebt, geschlossen. Vor der Aufstellung ist zu überprüfen, ob die Dichtung einwandfrei eingesetzt ist und alle Klammern fest angezogen sind. Wenn der Kalkreaktor an seinem endgültigen Platz aufgestellt ist und die Verbindungen hergestellt sind, kann der Wasserzulauf gestartet werden. Der Kalkreaktor läuft dann voll Wasser, bis aus der

Ablauföffnung Wasser austritt. Anschließend kann das CO2 dazugeschaltet werden. Die CO2-Menge ist so einzustellen, dass der pH-Wert im Aquarium nicht unter pH 7,8 abfällt. Im Kalkreaktor selbst sollte der pH-Wert auf pH 5,9 – 6,0 absinken. Je tiefer der pH-Wert im Reaktor, desto größer die Löserate. Der pH-Wert kann auch im Reaktor kontrolliert bzw. geregelt werden, z. B. mit dem Aqua Medic pH Controller oder dem Aqua Medic pH-Computer. Im Deckel ist eine Öffnung zum Einschrauben einer pH-Elektrode vorhanden. Die verwendete pH-Sonde muss druckfest sein. Der Rücklauf des mit Calciumhydrogencarbonat angereicherten Wassers ins Aquarium oder das Filterbecken sollte an einer gut durchströmten Stelle erfolgen, so dass das Wasser sich sofort gründlich mit dem Aquariumwasser durchmischt und so stärkere pH-Schwankungen vermieden werden.

Wartung:

Das Aqua Medic Hydrocarbonat wird durch die chemische Reaktion verbraucht und muss von Zeit zu Zeit ergänzt werden. Darüber hinaus sollte es regelmäßig, etwa alle ein bis zwei Jahre, völlig ausgetauscht werden. Auch die Durchflussrate sollte regelmäßig kontrolliert werden. Hydrocarbonat-Körnung mittel 3-5mm.